Definition Schule

Hintergrund: Ausgangslage

Der Schwall von Informationen und die vielfältigen Anforderungen, welche auf die heutigen Lernenden und Lehrenden einprasseln, bewirken, dass Fragen um Fokussierung, um Identität und um kulturelle Verortung immer wichtiger werden, um in der Informations- und Bildungsgesellschaft buchstäblich nicht unterzugehen. Softskills um Eigenwahrnehmung, Umgang mit persönlichen Energien, Umgang mit dem Anderen, um Orientierung und Werte im Labyrinth des Lebens zu definieren, werden als Leuchttürme immer notwendiger.

Die Programme und Kurse von Maralam für Schulen bieten keine fertigen Rezepte, sondern sind offenen Wahrnehmungs- und Reflexionsprozessen geschuldet. Nichtsdestotrotz orientiert sich Maralam an spezifischen professionellen Arbeitsmethodiken und inhaltlichen sowie theoretischen Orientierungspunkten.

Die Module fördern Softskills in kompetenter Wahrnehmung, in kreativem Umgang und in Reflexion diverser inhaltlicher Fragestellungen, stärken die Fähigkeiten der Lernenden und Lehrenden diese Themen ganzheitlich und praxisbezogen anzugehen und gestalterisch zu reflektieren. Sie fördern Inklusionsprozesse der Lernenden und Lehrenden, in verschiedensten kulturellen Hintergründen und die Kommunikationsfähigkeiten gerade auch in transkulturellen Settings.

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Video: 17 Min 8 Sek | 213.0 MBDrei Veranstaltungen – kommentiert

Herbsttagung Integration Stadt Zürich (Bernhard Theater) – Arbeitswoche Integration/Rassismus (Ev. Mittelschule Schiers) – Rookie (GIBZ Zug).

Spielerische Ansätze – spezifische Arbeitsmethoden – Orientierungspunkte

Maralam bietet spielerische Ansätze in Kombination von spezifischen praktischen Arbeitstechniken und der Vertiefung von Kernthemen, welche wir über Jahre erarbeitet haben. Diese Ansätze gründen einerseits auf dem alten praxisorientierten und handwerklichen Erfahrungsschatz des Theaters im Umgang mit Emotionen, Sprache, Körperbeherrschung, Einsatz von wirkmächtigen Geschichten, Auftrittskompetenz, andererseits auf aktuellen psychologischen und neurobiologischen Erkenntnissen und daraus sich ergebenden Handlungskonzepten; zum Beispiel Ansätzen zu Modellen der Neurobiologie menschlicher Beziehungen, Stichwort soziale neuronale Plastizität in Verbindung mit Geschichten.

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Hintergrund: Inhaltliche Oberthemen – mitschwingende Basisfragen

Oft schwingen unter der inhaltlichen Ausrichtung eines Programmes oder Kurses auch Basisfragen zu Softskills und Grundthemen mit, welche unabhängig vom gewählten inhaltlichen Oberthema sind. Diese Basisthemen sind inhärent in jedem Programm von Maralam mit berücksichtigt und stehen für die lebensbegleitenden Entwicklungsprozesse für SchülerInnen und Lehrende, welche Schulen jeder Stufe so oder so neben der Wissensvermittlung leisten.

Das Herunterbrechen und Verweben von inhaltlichen Überthemen  mit diesen Grundthemen, das stufengerechte Anpassen und Durchführen gehören zur didaktischen und theatertechnischen Kompetenz von Maralam. Beispiele vom Auftreten solcher Basisfragen und Softskills in inhaltlichen Oberthemen sind:

Soziale Kompetenzen

  • Eigen- und Fremdwahrnehmung
  • Umgang mit dem Anderen
  • Umgang mit Fremden(m): Aktzeptanz, Attraktion versus Ablehnung, Ausgrenzung
  • Umgang mit eigenen und fremden Energien

Umgang mit Kognition – Körper – Emotion – Sprache

  • Erweiterung Fähigkeiten der Reflexion
  • Erweiterung Fähigkeiten zum Einsatz Körper, Atem, Stimme, Sprache, Emotion
  • Erweiterung Fähigkeiten Body Learning

Sensibilisierungsprozesse

  • Ich: Eigene Werte und Handlungsnormen im Umgang mit dem Anderen
  • Die Andern: fremde Werte und Handlungsnormen im Umgang mit dem Eigenen
  • Identitätssuche in Zeiten der Globalisierung: Medien, Helden, Vorbilder, Peergroups
  • Identitätssuche Ideologien und Religion
  • Identitätssuche Eigene und Fremde Kultur in der Globalisierung
  • Zivilcourage
  • Medieneindrücke: Verarbeitung und Umgang mit Ideologie, Religion
  • Medieneindrücke: Verarbeitung und Umgang mit Kultur als Identitätsorientierung
  • Medieneindrücke: Vorbilder, Helden

Fortbildung Lehrende

  • Entwicklung Schulteam
  • Lehrende - Persönliche Ressourcen Körper Emotion Sprache
  • Lehrende - Umgang mit Provokationen im Schulalltag
  • Lehrende - Gewaltprävention: Umgang mit Gewalt

Auftrittskompetenz

  • Bewusster Umgang Auftreten im Raum, Körper, Emotion, Sprache
  • Bewusster Umgang Auftreten im Raum, Mikrofon, Gruppenenergie

Hintergrund: Methodisches

Die diversen Programme und Kurse von Maralam berühren Themen auf vielschichtige Weise. Es zeigt sich immer wieder, dass ein nur kognitiver Umgang mit schwer greifbaren, komplexen Softthemen markant vertieft und konkretisiert werden kann, wenn man stattdessen ganzheitliche Methoden mit der Erfahrungswelt der Lernenden und Lehrenden verknüpft. Emotionales Erleben, Reflexion und konkrete Fragen zum Alltagstransfer für Lernende und Lehrende vertiefen so die gewählte(n) Thematik(en) auf mehreren Wahrnehmungs- und Reflexionsebenen.
Im Mittelpunkt stehen Methoden, sich ganzheitlich mit den definierten Themen auseinanderzusetzen. Spielerisches Erfahren, Analysieren, das Sicht- und Erfahrbarmachen von abstrakten persönlichen, schulischen oder gesellschaftlichen Strukturen, Haltungen, Phänomenen und Vorgängen, ermöglichen den persönlichen Bezug und das vertiefte Bewusstsein für solche Themen.
Ausgangspunkte sind oft exemplarische Erfahrungen und Geschichten. Basierend auf dem uralten traditionellen Wissen des Theaters in Umgang, Gestaltung, Beherrschung und Einsatz von Inhalten, wirkmächtigen Geschichten, Emotionen, Körper- und Mentalenergien, Stimme und Sprache einerseits und  aktuellen Ansätzen der Neurobiologie andererseits, gestaltet Maralam in Zusammenarbeit mit den Bildungsverantwortlichen massgeschneiderte Programme und Einsätze verschiedenster Ausrichtungen und Länge. Sie weisen konkrete Wege zum Verstehen dahinterliegender Kräfte, deren Auswirkungen und dem Transfer von Strategien zur Bewältigen der alltäglichen Wirklichkeit.

Hintergrund: Pädagogisches

Die Ansätze Maralams in der Arbeit mit Lernenden zielen auf das konkrete Tun und Gestalten der zu bearbeitenden Themen. Wenn man altersgemässe, spielerische Formen benutzt, die Lernenden in ihren aktuellen, konkreten Gefühlen und Erfahrungswelten abholt, sowie die ästhetische Ausgestaltung der Themen durch die Lernenden einsetzt, können die Inhalte vertiefter auf verschiedenen Erfahrungs- und Reflexionsebenen verknüpft werden. Emotionales Erleben und gestalterische Reflexion vertiefen so die Auseinandersetzung und ermöglichen eine spielerische Sensibilisierung.

Hintergrund: gesellschaftliche Bedeutung der Bildungsinstitutionen

Schulen und Schulstrukturen sind zentrale Orte in der Auseinandersetzung um die jetzige und zukünftige Gestaltung der Gesellschaft sowie natürlich der Entwicklung junger Menschen. Umso mehr, wenn unterschiedliche Kulturen und Religionen aufeinandertreffen, wenn Herkunft, Weltanschauungen und Wertesysteme aller Beteiligten einer ständigen Infragestellung und Veränderung unterworfen sind.

Die Schule hat heute eine stärkere Rolle. Das hängt mit der Individualisierung der Gesellschaft zusammen. Pluralität und unterschiedliche Lebensentwürfe nehmen zu. Die Schule ist auch eine Lernwerkstatt für den Zusammenhalt einer pluralen Gesellschaft. Im Grossen und Ganzen gehen alle noch gemeinsam in öffentliche Schulen.

Gerade in einer multireligiösen Gesellschaft, wo die Subkulturen zunehmen, ist das von unschätzbarem Wert. Unterschiedliche ethnische, kulturelle oder Schicht-Zugehörigkeiten werfen Fragen nach konkretem Zusammenleben, nach Identitäten und nach dem Platz in der Gesellschaft für junge Menschen auf. Individuum, bildungspolitische und gesellschaftliche Strukturen reagieren darauf sehr unterschiedlich mit Offenheit oder Ablehnung, mit Stress oder Begeisterung. Dies kann sich in Attraktion und positiver Kooperation oder in Vorurteilen, Diskriminierung, Mobbing, Rassismus und Gewalt niederschlagen.

In Schulhäusern aller Stufen und dem gesamten gesellschaftlichen Umfeld sind Fragen nach dem Umgang mit Fremden(m) immer wieder Themen im konkreten Alltag, welche Lehrende, Lernende, Eltern, Bildungsverantwortliche und PolitikerInnen fordern oder überfordern. Das Fremde und Andersartige kann aber auch Neugier, Offenheit und Verständnis für andere kulturelle Prägungen und kreative Lösungen fördern.

In diesem Umfeld sind Maralams Programme angesiedelt. Sie fördern eine spielerische, entspanntere Ansicht im Umgang mit solchen Themen und bieten Chancen, andere Ansätze zu erproben.

Orientierungspunkte Theorie: Bildungsbegriffe + Neurobiologie

In Zeiten grosser Umbrüche und Veränderungen, verschärften ökonomischen Druckes, politischer Umgestaltungen und der neuen Kommunikationsmedien geraten grundsätzliche Orientierungspunkte auch im Bildungsbereich manchmal aus den Augen.

Maralam versucht, sich immer wieder die Bildungsbegriffe zu vergegenwärtigen und andererseits aktuelle Entwicklungen in Psychologie und Neurobiologie aufzunehmen, sie mit dem uralten Wissen des Theater- und Performancehandwerkes zu verbinden und dies für die konkreten Fortbildungsprogramme und konkrete Theaterarbeit mit Lernenden fruchtbar zu machen.

Orientierungspunkt Theorie: Bildungsbegriffe

Schule (lat. schola von griechisch σχολή [skʰoˈlɛː], Ursprungsbedeutung: freie Zeit, Müßiggang, Nichtstun, Muße, später Studium, Vorlesung, auch Bildungsanstalt oder Lehranstalt genannt, ist eine Institution, deren Aufgabe das Lehren und Lernen ist, also die Vermittlung bzw. Weitergabe von Wissen und Können durch Lehrer an Schüler.*

Bildung, von ahd. bildunga für Schöpfung, Bildnis, Gestalt, bezeichnet die Formung des Menschen im Hinblick auf sein Menschsein, seine geistigen Fähigkeiten. Der Begriff bezieht sich sowohl auf den Prozess (sich bilden) als auch auf den Zustand (gebildet sein). Dabei entspricht die zweite Bedeutung einem bestimmten Bildungsideal, das im Laufe des Bildungsprozesses angestrebt wird. Ein Zeichen der Bildung, das nahezu allen Bildungstheorien gemein ist, lässt sich umschreiben als das reflektierte Verhältnis zu sich, zu anderen und zur Welt.

Der moderne dynamische und ganzheitliche Bildungsbegriff steht für den lebensbegleitenden Entwicklungsprozess des Menschen, bei dem er seine geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten und seine personalen und sozialen Kompetenzen erweitert. Es kann aber keinen perfekten Menschen geben; individuelle Anlagen sowie zeitliche, räumliche und soziale Bedingungen setzen der Verwirklichung eines wie auch immer definierten Bildungs-Ideals Grenzen. **

Orientierungsspunkt Theorie: Neurobiologie - Soziale neuronale Plastizität

Tiefgreifende Entwicklungen der Gehirnforschung, der Neurobiologie und Neuropsychologe fliessen ein in Konzepte von Autoren und Praktizierenden, welche Maralams Arbeit inspirieren und weiterentwickeln lassen. Louis Cozolino ist einer dieser Vertreter, der über Die Neurobiologie menschlicher Beziehungen, Bezüge zwischen den Erkenntnissen der Gehirnforschung und praktischen Anwendungen im Berufs-und Alltagsleben schreibt:

Eine gut erzählte Geschichte, die Konflikte, Lösungen und Gedanken enthält und mit Gefühlen gewürzt ist, verbindet Menschen miteinander und integriert neuronale Netzwerke. Eine Erzählung, die so aufgebaut ist, dass sie all das enthält, liefert dem exekutiven Gehirn die beste Schablone und Strategie für die Überwachung und Koordination der Funktionen des Geistes und der Psyche. Erzählungen ermöglichen es uns,  in der Fantasie zu üben, uns herausfordernden Erfahrungen zu stellen, wobei unser Gehirn lernt, die dadurch stimulierten Emotionen zu bewältigen. Durch die gleichzeitige Aktivierung von Erzählungen und emotionalen Erfahrungen werden neuronale Verbindungen und die Kohärenz zwischen den Netzwerken des Affektes und der Kognition aufgebaut, die vielfach leicht voneinander zu trennen sind. Auch wenn es so aussehen mag, dass uns über Geschichtenerzählen bestenfalls kulturelle Weisheiten vermittelt werden, so dient der Prozess, wenn wir den Helden auf einer erfahrungsreichen Reise begleiten auch dem Aufbau unseres Gehirns, der Regulierung unserer Emotionen und (theoretischen) Erprobung unserer Fertigkeiten.

Wenn wir später für einen Sportwettkampf trainieren oder uns darauf vorbereiten, in eine Schlacht im Konferenzraum zu ziehen, dann haben wir in uns die Helden dabei, die in unserem Herzen leben. Darüber hinaus tragen auch unsere persönlichen Erzählungen zu unseren Reaktionen, Antworten und dazu bei, wie wir uns auf andere einlassen, wenn wir auf unsere einmaligen Geschichten zurückblicken, um uns in unseren Beziehungen und Lebensentscheidungen leiten zu lassen.

Zitat Hintergrund

Kokonstruierte Erzählungen… Der Ausdruck von Gefühlen, das Aufzeigen von Lösungen mit der Aussicht auf das gemeinsame Erlebnis eines Abenteuers, und dann diese Geschichte im kommenden Jahr wieder erzählen zu können, das wäre ein kokonstruierte Erzählung, die sie näher zusammenbringen würde. Sie würde jedem von ihnen helfen, die anderen  Personen in einer positiven Weise zu verinnerlichen und ihnen allen helfen, sich in ihrem Leben und in sich selbst sicherer und glücklicher zu fühlen.  Diese kokonstruierten Erzählungen halten uns vor Augen, dass jede einmalige Geschichte von uns Elemente der Geschichte von jemand anderem enthält, die wiederum Elemente der Geschichte anderer enthält.

… Wir brauchen einander und wir brauchen unsere Geschichten, um uns selbst zu entdecken, um unsere Emotionen zu regulieren und um uns von traumatischen Verletzungen zu heilen. Andere Menschen dienen als äussere neuronale Kreisläufe, die uns helfen können, die Lücke zwischen getrennten  neuronalen Netzwerken zu überbrücken, uns neue Ideen zu geben und in uns Gefühle zu aktivieren, zu denen wir vielleicht nie einen Zugang hatten oder die wir vergessen haben. Wenn dadurch, dass wir andere lieben, deren Gehirn mit unserem verbunden wird, ist das Ergebnis eine grundlegende Integration. Wir können unsere zwischenmenschliche Resonanz, Intuition und emphatischen Fähigkeiten nutzen, um uns gegenseitig zu helfen und zu heilen. Das menschliche Gehirn hat Verwundbarkeiten und Schwächen, die nur andere Gehirne beheben oder abstellen  können. Für Menschen  (und Neuronen)  sind Beziehungen ein natürliches Habitat. ***

Quellenangabe

* Wikipedia deutsch, Stichwort: Schule – Stand November 2013

** Wikipedia deutsch, Stichwort: Bildung Stand November 2013

*** Cozolino Louis: Die Neurobiologie menschlicher Beziehungen –

VAK Verlag, Kirchzarten bei Freiburg 2007 – Seiten 382-385 

Literatur

Zu Themen über Hirnforschung, Neurobiologie und -psychologie in Verbindung mit Lernprozessen und Unterrichtsentwicklungen existiert dermassen viel Literatur, dass jedwelche Bibliographie den Rahmen unserer Website bei Weitem sprengen würde. Die Einflüsse der Fachliteratur sowie Begegnungen mit Bildungsprofis und Lernenden beeinflussen und verändern Maralams Tätigkeit in diesem Feld aber ständig.