Entstehung – Stoff – Stationen

Moskau - Petuschki ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Theaterreiseprojekt über geographische, inhaltliche und emotionale Grenzen hinweg. Der Stoff ist zutiefst anrührend und herausfordernd. Jede einzelne Station in der Umsetzung in ein zweisprachiges Theaterprojekt birgt verschiedene Hindernisse und Herausforderungen.

Berlin – Mai

Die Mauer ist noch nicht solange gefallen. Der russische Maler und Bühnenbildner Emil Kapeljush und Peter Braschler, Regisseur von Maralam, begegnen sich beim Internationalen Forum junger Bühnenangehöriger im Rahmen der Berliner Festspiele und des Berliner Theatertreffens. Kapeljush als einer der Vertreter des neuen Russlands, Braschler als eines der Mitglieder einer kleinen Schweizerdelegation.
Emil sitzt in einer Ecke und skizziert die TeilnehmerInnen beim Bewegungsworkshop. Aus seinem bärtigen Gesicht wird man nicht klug, er wirkt etwas verloren, gelangweilt und trotzdem sehr präsent. An den Abenden trifft man sich im Hotelzimmer, Wodka fliesst. Man erzählt von Theatererfahrungen vor und hinter dem Eisernen Vorhang. Der Name Wenedikt Jerofejew fällt, sein Poem Die Reise nach Petuschki. Kapeljush spricht von einem Literatur- und Theaterheiligen.

Video: 4 Min | 50.7 MBStoff – Erste Eindrücke

zum Buch Die Reise nach Petuschki

St. Petersburg – Herbst

Einige Monate später: Braschler besucht Kapeljush in St. Petersburg. Erste Recherchen, Konzeptions- und Produktionsüberlegungen entstehen. Das Buch Jerofejews begleitet, inspiriert und führt uns in den Diskussionen, wie man diesen Text auf die Bühne bringen könnte.
Nach dem Besuch beginnt die Suche für das künstlerische Team. Die Produktionsstrukturen werden erarbeitet. Bald ist der Autor Aleksandr Obraszov aus St. Petersburg gefunden. Er beginnt an der Adaption und einer ersten theatralischen Textfassung zu arbeiten. Die SchauspielerInnen Oscar Binggisser, Liana Schwania und Georgi Wassiljew stossen dazu. Der Komponist John Wolf Brennan wird verpflichtet.

Proben St. Petersburg – ein Jahr später

Eine intensive Zeit inhaltlicher und produktionstechnischer Vorbereitungen hat gefruchtet, trotz politischer Turbulenzen in Russland. Eine internationale Theaterkooperation ist entstanden - geboren in einem Berliner Hotelzimmer beim Internationalen Forum Junger Bühnenangehöriger - welche letztendlich über die Proben in Russland in die Schweiz zur Premiere in Zürich, zur Teilnahme am International Baltic House Theatre Festival in St. Petersburg  und zu einer Tournee nach St.Petersburg, Nischni Nowgorod  und Jekaterinenburg  führen wird. Die Proben im nachsowjetischen Russland sind eindrücklich, herausfordernd für alle und anstrengend.
Proben in St.Petersburg: Das Team von Moskau-Petuschki inklusive Dienstfahrzeug
Proben in St.Petersburg: Das Team von Moskau-Petuschki inklusive Dienstfahrzeug

Première Zürich – Rote Fabrik – Oktober

Die letzten Tage werden im renommierten Kulturhaus Rote Fabrik in Zürich geprobt. Die üblichen Anpassungen und Stressmomente bestimmen die Alltagsarbeit. Über allen Beteiligten schweben aber auch die eindrücklichen Erfahrungen der Schweizer Teammitglieder in Russland und der russischen Teammitglieder in der Schweiz. Der Fokus liegt darauf, dies alles in einer stimmigen Produktion zusammen bringen und darstellen zu können.

Video: 6 Min 37 Sek | 78.4 MBTV-Report: Vorschau zur Premiere

Oktober 1994

Premierenkarte Zürich

Programmkarte Premiere Zürich
Programmheft Schweiz

Russland-Tournee: Station St. Petersburg – April

Die Produktion spielt im Fontanka Theater  in St. Petersburg und ist gleichzeitig auch zum International Baltic House Theatre Festival eingeladen in dessen Rahmen die Produktion ebenfalls gezeigt wird. Anush Ashrafabadi  hat die Rolle des Wenja für die Russland Tournee übernommen.
Programmkarte St. Petersburg
Programmkarte St. Petersburg
Programmheft St. Petersburg
Programmheft International Baltic House Theatre-Festival
Programmheft International Baltic House Theatre Festival
Programmheft Baltisk-Dom-Festival

Russland-Tournee: Stationen Nischni Nowgorod und Jekaterinenburg

Die riesigen Umwälzungen in Russland sind auch in Nischni Nowgorod und in Jekaterinenburg immer präsent. Dies gibt den Aufführungen eine speziell emotionale Stimmung. Im früher für Ausländer gesperrten Jekaterinenburg ist Maralams Produktion die erste gezeigte Produktion nach dem Umbruch, welche russische und europäische Theaterleute zusammen entwickelt haben.
Programmheft Jekaterinenburg
Programmheft Jekaterinenburg
Programmheft Jekaterinenburg