Ein Land im Umbruch

Die Vorbereitungszeit eröffnet sehr viele Fragen. Die Archive in Russland sind trotz den Umbruchzeiten nur sehr beschränkt offen und, es ist ausserordentlich schwierig, valable Informationen zu bekommen. Geheimnisschleier in diesen Umbruchzeiten, die Unsicherheiten der Menschen, was zu sagen möglich ist und was nicht, wirken immer noch sehr stark. Vor allem für die Westler im Team ist dies schwierig.

Video: 3 Min 7 Sek | 37.8 MBVisuelle Eindrücke

Kursker Bahnhof, Züge, Alkoholgeschäfte im russischen Alltag

Komplexe Fragen zur Umsetzung

Mit dem Autor Aleksandr Obraszow, welcher die theatrale Fassung besorgt, und  dem Bühnenbildner und Projektleiter auf der russischen Seite, Emil Kapeljush, gibt es endlose Gespräche um eine adäquate Bearbeitungsform für den Theatertext, die daraus zu entwickelnde Theaterform und die visuelle Umsetzung. So sind die russischen Beteiligten mit ihren grossen Lebens- und künstlerischen Erfahrungen eine wichtige Quelle.
Welche Assoziationen entstehen, wie wirken sie auf die Projektverantwortlichen aus Ost und West, welches sollen die Schwerpunkte der Interpretation sein? Welche nicht? Was für die einen selbstverständlich – weil gelebte erfahrene Realität auf dieser oder jener Seite des Eisernen Vorhanges, ist für die anderen Faszinosum, manchmal ungläubiges Staunen. Klischees auf beiden Seiten müssen entrümpelt werden.
Diskussionen und Vorstellungen der Russen und der Westler, was in Russland, respektive im Westen interessant sei und wirke, ist eine weitere Diskussionsebene und wichtige Grundlage für die spätere Konzeption und Dramaturgie.
Dabei spielt die hervorragende Regieassistentin Lisa Stutz eine wichtige Rolle.Sie hat zu Sowjetzeiten in St.Petersburg studiert.  Sie entwickelt sich zur Co-Dramaturgin, öffnet die Augen der Projektverantwortlichen für viele Aspekte von hüben und drüben und die Konsequenzen für die möglichen Ansatzpunkte. Sie bildet mit ihrer perfekten Zweisprachigkeit die entscheidende Brücke in der Arbeit und im Alltag.
Ein weiterer Ansatz zur Recherche und Figurensuche besteht darin, später mit den angedachten Spielfiguren in den Alltag - zum Bahnhof, zu den Geschäften, zu den TrinkerInnen - zu gehen und das Gefühl für die Stimmungen und Wirkungen, welche im Ausgangstext von Jerofejew beschrieben sind, für alle Produktionsbeteiligten zu vertiefen, .
Eine Einordnung
Aleksandr Obraszow: Eine Einordnung des Textes von Jerofejew in die Literatur
ihre Übersetzung

Kooperation: Russischer Theater-Verband / Rote Fabrik Zürich

Mit dem russischen Theaterverband Sektion St. Petersburg findet sich ein organisatorischer Partner, welcher unter der russischen Produktionsleitung von Emil Kapeljush die Absurditäten und alltäglichen überwältigenden bürokratischen und organisatorischen Hindernisse im Russland der beginnenden Neunziger Jahre mit zu überwinden hilft. Mit dem Kulturhaus Rote Fabrik in Zürich unter der Leitung von Sandro Lunin findet die Produktion eine gute Umgebung für die Premiere.
Kooperationsvereinbarung
Kooperationsvereinbarung und deutsche Übersetzung
Übersetzung